Wie genau läuft die Therapie denn nun ab?

Vor der Therapie

Du hast Gefühle, die Dich verwirren, weil sie anders sind als bei Deinen Freund*innen oder Klassenkamerad*innen? Manche Bilder und Situationen von sexueller Gewalt gehen Dir nicht aus dem Kopf? Du fühlst Dich von Gewaltdarstellungen angezogen? Oder Bestimmte Bilder und Situationen von jüngeren Mädchen und Jungen gehen Dir einfach nicht aus dem Kopf? Du fühlst Dich von ihnen erregt oder magisch angezogen?


Vielleicht bist Du verunsichert und weißt nicht, mit wem Du darüber reden sollst. Oder du hast Angst, mit Freund*innen, Familie oder Klassenkamerad*innen darüber zu reden, weil Du befürchtest, dass Du nicht "normal" bist. Dann kannst Du dich bei uns melden! Wir reden mit Dir und schauen gemeinsam, wie wir Dir helfen können. Dabei musst Du absolut keine Angst haben, dass Dich jemand auslacht oder verurteilt. Wir behalten alles für uns, was Du uns erzählst und freuen uns, dass Du Dich an uns wendest und wir Dir helfen können.

 

Kontaktaufnahme

Wir wissen, dass es viel Mut kostet, uns zu kontaktieren und uns von Deinen Gefühlen zu erzählen. Deswegen wollen wir es Dir möglichst einfach machen. Du kannst uns einfach eine Email schicken, wir schreiben Dir dann so schnell es geht zurück. Natürlich kannst Du uns auch anrufen. Wir machen wir dann einen Termin für ein Erstgespräch mit Dir aus. Ein Erstgespräch kann am Telefon aber auch persönlich stattfinden, das darfst Du Dir aussuchen. Nach unserem Erstgespräch laden wir Dich zu uns in die Medizinische Hochschule ein und wir können uns kennenlernen.

 

Während der Therapie

Nachdem Du uns kennengelernt hast, startet die Therapie. Während der Therapie werden wir uns viel miteinander unterhalten. Du kannst mit uns alles besprechen, was Dich in Deinem Leben beschäftigt. Wir hören aufmerksam zu und versuchen mit Dir zusammen herauszufinden, was Dich aufwühlt oder durcheinander bringt. Gemeinsam suchen wir nach möglichen Ursachen für Probleme und erarbeiten mit Dir zusammen neue Strategien, wie Du mit verwirrenden Gefühlen und Konflikten verantwortungsvoll umgehen kannst. Dabei steht Dir unser ganzes Team zur Verfügung. 

 

Nach der Therapie

Die Therapie ist beendet, wenn Du das Gefühl hast, dass Du unsere Hilfe nicht mehr brauchst und alleine im Alltag zurechtkommst. Während der Therapie hast Du bei uns gelernt, verantwortungsvoll mit Deinen Gefühlen umzugehen und Dich danach zu verhalten. Trotzdem kannst Du Dich auch nach der Therapie immer bei uns melden. Wir unterstützen dich weiterhin, wenn Du Zweifel hast oder sagen Dir ehrlich, wenn wir uns Sorgen machen. Und auch nach der Therapie sagen wir niemandem, was Du uns erzählst oder erzählt hast. Alles bleibt unter uns! 

 

Ziele der Arbeit sind

  • Gewaltfreiheit
  • Entwicklung gewaltfreier Konfliktlösungen
  • Verantwortungsübernahme
  • ein angemessenes Sexualverhalten
  • Stärkung der Selbstwahrnehmung
  • Selbstkontrolle
  • Steigerung der sozialen und kommunikativen Kompetenzen

Schwerpunkte der praktischen Arbeit

  • Steigerung der Motivation zur Verhaltensänderung
  • Übernahme von Verantwortung / Aufhebung von Verleugnungsmustern und kognitiven Verzerrungen
  • Unterbrechen von Missbrauchsketten
  • Anerkennung der Selbst-Schädigung bzw. der Folgen der Tat für den Täter selbst
  • konkrete Rückfallvorsorge (u.a. Notfallplan)
  • Steigerung der Selbstwahrnehmung und Selbstkontrolle
  • respektvoller Umgang mit den Grenzen anderer
  • Erlernen alternativer Verhaltensweisen
  • Förderung der persönlichen Ressourcen und der sozialen Kompetenzen
  • Anregung zur Entwicklung angemessener geschlechtlicher und sexueller Identität

Unser Ziel: SEXUALISIERTE GEWALT VERHINDERN

Schritt 1:

Den Jugendlichen sollen Möglichkeiten zu einem angemessenen Ausdruck ihrer (sexuellen) Bedürfnisse vermittelt werden.

 

Schritt 2: 

Die Jugendlichen sollen dazu befähigt werden, mittels funktionaler Verhaltensstrategien persönliche Ziele zu erreichen, ohne die Freiheit anderer dabei einzuschränken.

 

Schritt 3:

Durch ärztliche und psychologische Unterstützung sollen Kompetenzen erweitert und ein verantwortungsvoller Umgang mit Sexualität vermittelt werden.

 

 

Auf Grund der breiten Kompetenz des Projektes ist auf Wunsch in schwerwiegenden Fällen auch eine medikamentöse Unterstützung möglich.